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Schuljahresanfang

01.08.2025

genau genommen gibt es für mich drei Jahresanfänge. Natürlich den am 1. Advent, wenn das neue Kirchenjahr mit „Macht hoch die Tür“ eingeläutet wird und wir die erste Kerze am Adventskranz anzünden und darum tanzen. Der Jahresbeginn am 1. Januar zum kalendarischen Jahresanfang spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Aber wenn ich ehrlich bin, prägt meinen Alltag doch am meisten der Jahresanfang, der jetzt kurz bevorsteht – nämlich der Beginn des neuen Schuljahres.

Liebe Gemeinde,
genau genommen gibt es für mich drei Jahresanfänge. Natürlich den am 1. Advent, wenn das neue Kirchenjahr mit „Macht hoch die Tür“ eingeläutet wird und wir die erste Kerze am Adventskranz anzünden und darum tanzen. Der Jahresbeginn am 1. Januar zum kalendarischen Jahresanfang spielt natürlich ebenfalls eine Rolle. Aber wenn ich ehrlich bin, prägt meinen Alltag doch am meisten der Jahresanfang, der jetzt kurz bevorsteht – nämlich der Beginn des neuen Schuljahres. Dies liegt sicher daran, dass ich selbst in der Schule arbeite, aber auch unser gesamter Alltag ist am Schuljahr orientiert.

Auch in unserer Gemeinde orientieren sich viele Gruppen daran, natürlich alle, zu denen schulpflichtige Kinder kommen, aber auch viele andere unserer Gruppen haben gerade eine kleine Sommerpause hinter sich. Wenn sie sich in ihrem näheren Umfeld umschauen, so haben sie wahrscheinlich auch irgendwie mit diesem kleinen Jahresanfang nach der Sommerpause zu tun. Vielleicht gibt es da ein Enkelkind, das gerade in die Schule kommt oder eine neue Schulform besucht. Vielleicht kommt aber auch ihr Kind in eine neue Kindergartengruppe und ein Neuanfang wird eingeläutet.

Irgendwie sind doch die meisten von uns unmittelbar oder mittelbar von diesem Wechsel betroffen und erleben eine Zäsur nach den Sommerferien. Jedes Jahr feiern wir zu Beginn des neuen Schuljahres einen bunten Familiengottesdienst. Und jedes Jahr gibt es da diesen einen Moment, in dem die Kinder persönlich gesegnet werden. Seit mehreren Jahren ist das bei uns der Konfetti-Segen. Zu Coronazeiten entstanden, als es nicht möglich war, jemandem die Hände aufzulegen, hat sich diese besondere Segensform mittlerweile zu einer schönen Tradition entwickelt. Die Kinder lieben es, wenn über ihnen das Konfetti anfängt zu tanzen und sich auf ihrem Kopf niederlässt. Aber auch zunehmend Erwachsene möchten gerne diesen individuellen Segen bekommen. Er macht sichtbar – hier passiert gerade etwas und Gottes Zuwendung zu mir wird erfahrbar. Wenn wir gesegnet werden, dann heißt das: Gott wendet sich uns zu. Er sieht uns. Welchen schöneren Zuspruch könnte es für so einen kleinen Jahreswechsel geben?!

Der Monatsspruch für September enthält auch einen Zuspruch:
Gott ist unsere Zuversicht und Stärke. (Ps 46,2)

Ich wünsche allen kleinen und großen Menschen in unserer Gemeinde, dass sie dies immer wieder spüren können und sie gestärkt in diesen neuen Abschnitt gehen mögen. In diesem neuen Schuljahr wird es sicher Momente geben, in denen wir diesen Zuspruch ganz sicher spüren. Es wird aber auch Momente geben, in denen uns dieser wunderschöne Vers aus dem 46. Psalm eher zögerlich über die Lippen geht, weil es Situationen geben wird, die uns an unsere Grenzen bringen. Egal, ob wir den Psalmvers hoffnungsvoll, fragend, fordernd oder zögerlich beten oder ihn uns von einem anderen Menschen zusprechen lassen, weil wir ihn gerade nicht selbst aussprechen können – die Botschaft bleibt: Gott ist unsere Zuversicht und unsere Stärke.

Mögen wir immer wieder Momente erleben, in denen wir das ganz deutlich spüren. Das wünsche ich uns für dieses neue Schuljahr.

Herzlichst
Ihre Pfarrerin Anne-Sophie Berthold