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"Siehe, ich mache alles neu."

Ich schreibe dir aus der Vergangenheit. Es ist Dezember 2025 und du liest das im Februar 2026. Vielleicht denken wir beide: „Irgendwie geht das alles sehr schnell gerade mit der Zeit.“ Schon wieder war ein Jahr zu Ende und innerlich gehöre ich jetzt also auch schon zu denen, die sagen: „Wie die Zeit vergeht?!“.

Ich schreibe dir aus der Vergangenheit. Es ist Dezember 2025 und du liest das im Februar 2026. Vielleicht denken wir beide: „Irgendwie geht das alles sehr schnell gerade mit der Zeit.“ Schon wieder war ein Jahr zu Ende und innerlich gehöre ich jetzt also auch schon zu denen, die sagen: „Wie die Zeit vergeht?!“. Als Jugendlicher dachte ich noch, dass das nur alten Menschen vorbehalten ist. Bin ich nun alt oder was ist passiert? Die Termine, Feste, Begebenheiten, Umbrüche und Verpflichtungen waren 2025 für mich und uns als Familie sehr groß. Vermutlich liegt es daran, dass diese Fülle die Geschwindigkeit bestimmt. Je mehr los ist, desto schneller. Und nun stand Weihnachten vor der Tür und jetzt ist ein neues Jahr angebrochen. Das fühlt sich bei mir alles ziemlich ausgebrannt an.

Im letzten Jahr bin ich beim Spaziergang mit unserem Hund an einem alten Kirschbaum vorbeigegangen. Schief, rissige Rinde, halbtot. Ein großes Loch in der Mitte. Ich habe oft gedacht: Der hält keinen Winter mehr. Ich war sicher: Das war’s. Aber dann ist mir etwas aufgefallen – mitten aus der Bruchstelle – wuchs ein junger, grüner Trieb.

„Siehe, ich mache alles neu.“ – so heißt die Jahreslosung für das neue Jahr 2026
Das ist kein Satz für Leute, die ihr Leben aufräumen wollen. Das ist ein Versprechen für alle, die denken, dass alles nur im Niedergang, am Ende ist. Gott fängt mitten im Bruch an. Da, wo du nichts mehr erwartest. Vielleicht gibt’s in deinem Leben auch so eine Stelle: etwas, das wehgetan hat, verletzt ist, aussichtslos scheint, ein Loch hinterlassen hat. Schau nochmal hin – vielleicht wächst da längst etwas Neues. Gott ist kein Abrissunternehmer. Er ist ein Gärtner. Geduldig. Beharrlich. Er verwandelt, er pflanzt, er belebt – und das besonders in seinem eigenen Tempo, das nicht immer das ist, was ich mir vorstelle oder fühle.

Für dieses Neue Jahr wünsche ich dir viel Segen, Heilung und Hoffnung. Gute Begegnungen, auch mit dir selbst, und einen guten Blick auf die Dinge, die neu werden!

Dein Pfarrer Dr. Tobias Gruber