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Förderkreis St. Aegidii-Kirche

Der Förderkreis St. Aedidiikirche pflegt die Kirche als geistlichen und kulturellen Ort, um sie damit für heute und morgen zu erhalten sowie geeignete Angebote zu gestalten. Dabei bringen wir ein, was zum Ort passt und uns wichtig ist und laden ein zur Unterstützung und Mitwirkung!

Mehr Informationen finden Sie unter: www.aegidii-qlb.de .

Abschied und persönliche Bilanz

Wenn ich zur Besinnung kommen möchte, setze ich mich auf meinen Platz in St. Aegidii, immer der gleiche Platz in der ersten Bank mit Blick zum wunderschönen Marienaltar. Hier kann ich meinen Tag spüren, meinen Gedanken freien Lauf lassen, das Vergangene noch mal anschauen, das Kommende noch mal überdenken. Es ist dieser Platz geworden, warum, ich weiß es nicht, es hat sich so ergeben, wir waren uns auf Anhieb vertraut. Wenn darauf meine Gedanken frei sind, frage ich mich manchmal, was wäre ohne deine Mitwirkung, ohne dein Zutun im Förderkreis aus dieser altehrwürdigen Kirche geworden. Könntest du auf die wirklichen schönen Momente und Erfolge in den letzten 15 Jahren verzichten? Ein klares Nein. Im Förderkreis haben wir alle ein gemeinsames Anliegen und Ziel vor Augen, den Erhalt des Gotteshauses, welches eigentlich „über“ ist.

Ich habe gerade auf diesem Platz sehr viel über die Kirche lernen müssen, habe viele interessante Bücher gelesen, in den Kirchenannalen geblättert und dadurch „meine“ Kirche intensiv kennen gelernt. Mein kleiner Enkel Onno sagt immer: „Opa, gehst du wieder in deine Kirche?“. Dann sage ich: „Ja, ich gehe in meine Kirche.“ Er kommt dann auch sehr gerne mit. Dann sitzen wir beide in der ersten Bank, mal einträglich still, mal reden wir über dies und das. Ich erzähle von der Nothnagel Orgel, von der Renovierung, vom Einbau der Orgelpfeifen, von der kleinsten mit 40mm und der größten Orgelpfeife mit 4,5 Meter. Natürlich schauen wir auch nach den Fledermäusen im Dachgebälk. Onno kennt sich aus, er weiß wo unsere Mitbewohner sprichwörtlich abhängen. Auch eine Klettertour zur Glockenstube mit dem Blick aus der Schallluke gehört dazu. Auch das ist sehr wichtig für uns beide. Bevor wir gehen, werden immer Kerzen für unsere Familie angezündet.

Natürlich möchte ich auf die tollen Gespräche mit den Besuchern an den Sonnabenden nicht verzichten. Wunderbare Konzerte, herausragende Chöre, Ausstellungen, vielfältige Theaterspiele und besondere kirchliche Veranstaltungen prägen meine Erinnerungen. Für viele Künstler und Protagonisten war ich der Ansprechpartner. Plakate, Anzeigentexte, Presseinformationen mussten vorbereitet werden. 111 tolle Events haben wir in dieser Zeit als Förderkreis gemeinsam durchgeführt. Auch das vergangene Jahr war von eindrucksvollen Orgelnachmittagen geprägt. Über 3000 Besucher fanden den Weg in unsere Kirche. 

Eine wunderbare Symbiose ergibt sich aus der Zusammenarbeit mit der Jugendbauhütte Quedlinburg. Frische Ideen, neue Erkenntnisse, wichtige Erhaltungsmaßnahmen werden durch die Jugendlichen umgesetzt. Das Zusammenspiel zwischen behördlichem und kirchlichem Denkmalschutz einerseits und dringend erkennbarem Handlungsbedarf zur Erhaltung der Kirche andererseits wird hier beispielhaft deutlich und sichtbar.

Nun sitze ich wieder auf meinem Platz, habe einen wichtigen Teil Verantwortung im Förderkreis abgegeben. Denn ich habe bemerkt, dass mir mit zunehmendem Alter einige Sachen entfallen, wirklich wichtige Dinge, die früher eigentlich selbstverständlich waren. Meine schmerzliche Erkenntnis daraus ist: Dadurch werde ich der Kirche und dem Förderkreis nicht mehr umfassend gerecht. Es wird Zeit, einen neuen Platz zu finden. Der Sitzplatz in der ersten Bank ist damit aber nicht gemeint, der bleibt meiner, aber auch nur, wenn ich alleine bin. 

Bleiben Sie bitte dem Förderkreis dieser wunderbaren Kirche gewogen, sie hat es verdient!

Felix Vatterodt

Ansprechpartner